Chronik

Drucken

754 Älteste Urkunde des Vorderhunsrücks
Nach der Urkunde, die vom 15. Juni 754 datiert ist, hat ein Eggiolt zu seinen und zum Seelenheile seines Bruders dem Kloster Fulda u.a. seinen Waldanteil bei Biberahu in pago Nafinsi (Biebern im Nahegau) geschenkt.

1026 König Konrad II. Tauschvertrag
König Konrad II. bestätigt am 10. Januar 1026 zu Trier einen Tauschvertrag seines Getreuen, des Grafen Berthold, mit dem Abt von Deutz, wonach letzterer seinen Hof zu Biberahu in der Grafschaft dieses Grafen Berthold (Biebern) mit der Kapelle dasselbst
und "allen Zubehörungen" an Hörigen, Gebäuden, bebauten und unbebauten Ländereien, Feldern, Wäldern, Wiesen, Weiden, Wassern gegen 6 Mansus Ackerland zu Cardena a.d. Mosel (Karden) mit Wingerten zu 8 Fudern und 5 Hörigen beiderlei Geschlechts, mit Hofstätten, Gebäuden, Feldern, Wiesen, Weiden, Fischereien und einem Wald für 25 Schweine Mast gibt. Nach dieser Urkunde befand sich ein Klosterhof des Deutzer Klosters in Biebern, und schon wird dort eine Kapelle genannt. Biebern gehört damit zu den ältesten Kirchorten des Hunsrücks. Doch war es damals keine eigenständige Pfarrei, sondern gehörte zur wohl ältesten Kirche des Vorderhunsrücks, zu der von Kirchberg. Noch in demselben Jahrhundert wurde Biebern und das ganze Biebertal dem neugegründeten Kloster Ravengiersburg geschenkt.´

Gerichtswesen
Im Gebiet des Klosters Ravengiersburg bestanden zwei Zentren, einmal die Dörfer um Biebern, diesseits des Simmer- und Külzbaches, die Dörfer der Moselseite, zum anderen die Dörfer um die Nunkirche, die der Soonseite. Zu des Klosters Ortschaften auf der Moselseite gehörten Denzen, Reckershausen, Heinzenbach, Gebenhausen, Dombach, Unzenberg, Wüschheim (Zur Wiesen), Reich (Zur Eichen), Biebern, Fronhofen, Klopp, Nannhausen Kauerhof, Keidelheim und Külz auf dem rechten Ufer der Külz und von Michelbach auch nur die Häuser auf der rechten Seite des gleichnamigen Baches.Das Hundgeding auf der Itzelbacher Höhe bei Biebern fand alle sieben Jahre statt. Sechs Wochen und drei Tage vorher wurde dazu in allen Kirchen und Kapellen und an offenen Stellen eingeladen. Das Hundgeding oder Zentgericht stammt noch aus der Zeit der fränkischen Landnahme und Einteilung in Gaue und Zenten oder Hundreden (Hundertschaften). Zuletzt war es mehr ein Landtag, an dem über Straßen, Gewichte und Maße verhandelt wurde. Nach Bedarf fand auf der Itzelbacher Höhe das peinliche Gedinge statt. Da Geistliche kein Blut vergießen durften, richteten über "Hals und Haupt" die Schirmherren (Herren von Heinzenberg, die Wildgrafen, die Herzöge von Simmern). Ferner war dreimal im Jahre unter der Linde vor der Kirche in Biebern das sogenannte Bieberner Gedinge, ein Zuchtgericht der Propstei. Alle Grundzinspflichtigen aus beiden Zentbezirken mussten dabei sein, ebenso Propst und Schimrherr, oder ihre Vertreter und die 14 Hof- und die 14 Landschöffen. Alles Strafbare brachten die Landschöffen vor, die Hofschöffen urteilten und der Schirmherr vollstreckte den Spruch.

1283
Die Dörfer der Moselseite feierten ihre Kirmes zu Biebern. Den Weinzapf hatte das Kloster als Lehen abgegeben. Im Jahre 1283 stritten sich darum der Schirmvogt, Herr von Heinzen-berg, und ein Ingelbrand von Biebern, genannt Fuchs.

1426
Das Rittergeschlecht derer zu Biebern besaß einen Rittersitz auf der Höhe von Biebern, der aber wohl früh beseitigt wurde. Henne und Karl von Biebern und das Rittergeschlecht werden um 1426 zum letzten Male genannt. Den Weinzapf hatten später die Herren von Coppenstein als Lehen inne.

1506
Der Schirmherr oder Klostervogt wählte sich unter des Klosters Leibeigenen einen Untervogt. Im Jahre 1506 war ein solcher der Hofschöffe Henn aus Biebern. Der Vogt hatte das verhaßte Recht der Einlagerung, wenn er zur Hegung des Blutbannes zu einem der drei Bieberner Gedinge kam.

1566 Aufhebung des Klosters Ravengierburg
Nach der Einführung der Reformation erfolgte die Aufhebung des Klosters Ravengiersburg und die Besitzergreifung seines Gebietes durch Herzog Georg von Simmern. Von nun an ist die Geschichte Bieberns mit Simmern verbunden.

1615
Der Zehnten war in den Dörfern des Biebertals nicht einheitlich. 1615 erhielten davon in Biebern: die Pastorei Kirchberg ein Drittel, Freiherr von Schmidtburg ein Drittel, Herr von Coppenstein ein Drittel (nach dem Aussterben des Geschlechts 1761, trat an seine Stelle Freiherr von Hacke).

1673
Als mit Herzog Ludwig Heinrich 1673 die Herzöge von Simmern ausstarben, fiel das Herzogtum als Oberamt Simmern am Kurpfalz. Biebern und das Biebertal sind bis 1794 kurpfälzisch. Die Abgaben liefen wie früher weiter, nur dass sie nun an den weltlichen Klosterschaffner in Ravengiersburg zu entrichten waren. Sie dienten zur Unterhaltung von Kirchen und Schulen.

1784
Im Jahre 1784 waren die Zehntenempfänger für Biebern, Wüschheim und Reich: Kurpfalz ein Drittel, der katholische Pfarrer von Biebern ein Drittel, die Freiherren von Schmidtburg und von Hacke ein Drittel, für Fronhofen: katholischer Pfarrer von Biebern ein Drittel, von Schmidtbrug ein Drittel, von Hacke ein Drittel, für Nannhausen: der katholische Pfarrer von Biebern ein Drittel, die Kollektur Simmern, Freiherr von Schmidtburgund Freiherr von Hacke je ein Sechstel, das übrige Sechstel erhielt die Kollektur Simmern und die Vierzigschen Erben derart, dass beide nur vom Korn, die Landschreiberei Kirchberg aber den Hafer denselben genoß. Zur Verwaltung waren einzelne Dörfer zu Schultheißereien zusammengefasst. Zur Schultheißerei von Reich gehörten die Dörfer Nannhausen, Fronhofen, Keidelheim, Eichkülz, Biebern, Reich und Wüschheim.

1798 Französische Munizipal- und Department-Verwaltung
Das Biebertal gehört zum Rhein-Mosel-Department und zum Arrondissement Simmern. Zu den zehn Kantonen des Bezirks Simmern gehörte es zum Kanton Simmern,der wieder aus sechs Mairien (Bürgermeistereien) bestand. Die Mairie Unzenberg umfasste die Orte Biebern, Fronhofen, Reich, ´Wüschheim, Nannhausen, Nickweiler, Heinzenbach und Unzenberg. Der Mairie hieß Kauer und ab 1803 Weygold, der Adjunkt Buschbaum, der Steuereinnehmer Conquelin, der Agent (Dorfbürgermeister) hieß in Biebern Wust. Weygold nahm wegen der zentraleren Lage seinen Wohnsitz in Biebern, wo er auch bis zur Auflösung der Bürgermeisterei 1817 blieb.

1814 Preußenzeit
Als Simmern und Kirchberg am 3. Januar 1814 von den Preußen besetzt wurden, fand die französische Herrschaft ihr Ende. Es dauerte lange, bis die Verteilung des linksrheinischen Gebietes auf dem Wiener Kongreß endgültig geregelt war. Der Hunsrück kam fast ganz an Preußen. Die Einrichtung der Verwaltung der Rheinprovinz der Regierungsbezirke, der Kreise und Amtsbürgermeistereien erfolgte am 17. Januar 1817. Biebern gehörte zum Kreis Simmern und zur Bürgermeisterei Ohlweiler.

1824
In Biebern wird das erste evangelische Schulhaus erbaut."Das gegenwärtige mit No. 14 bezeichnete Schulhaus wurde 1824 gebaut. Auf dem Platze hatte ein altes Haus gestanden. Dasselbe wurde bis auf die Ökonomiegebäulichkeiten abgerissen und das Schulhaus auf den Platz gestellt. Die katholische Schule in Biebern wurde bis zum Jahre 1841 beschult von den kath. Schülern von Biebern, Fronhofen, Reich, Michelbach und Taubenmühl. Im Jahre 1841 hat sich Reich von Biebern getrennt. "(Schulchronik Kath. Schule Biebern)

1886
Am 10. August 1886 wird die Posthilfsstelle Biebern eröffnet.

1898/1899
Am 16. November 1898 wird der Bieberner Spar- und Darlehnskassenverein gegründet. Am 14. Januar erfolgte die Gründung des Biebertaler Bauern-Spar und Darlehnskassenverein.

1902
Posthilfsstelle Biebern erhält Fernsprechbetrieb. Neubau des katholischen Pfarrhauses.

1906
Am 18. Oktober 1906 wird die neuerbaute katholische Schule eingeweiht.

1921
Bau der Wasserleitung

1932
Kriegerehrenmal auf Veranlassung des Kriegervereins mit Lehrer Laux geschaffen."Seit 2 Jahren trägt sich der Kriegerverein mit dem Gedanken unseren gefallenen Kameraden ein würdiges Denkmal zu errichten. Der eingegangene Mandolinenklub hatte ungefähr 160 M dafür festgelegt. Durch Sammlung im Orte sowie Veranstaltungen im Kriegerverein (ein Preisschießen, Gedenkfeiern und Vorträge von Lehrer Laux) kamen 600 M ein. Ein Findling wie hier vielerorts zu finden sollt es nicht sein. Herr B. Wendhut, Traben-Trarbach, der am Entscheidungstage an der Versammlung teilnahm, erklärte sich bereit, für 600 M einen vorgelegten Plan auszuführen. Am Forsthause gegenüber sollte es seinen Platz erhalten."´(Schulchronik Kath. Schule Biebern)

1939
Auflösung der Bürgermeisterei Ohlweiler am 1. April 1939. Biebern und das Biebertal kamen zu Bürgermeisterei Simmern.

1954
1200-Jahrfeier in Biebern am 24./25. Juli. "...Nicht schöner und überzeugender kann wohl dargelegt werden, welche reiche und wechselvolle Geschichte unsere Heimat besitzt. Liest man die Geschichte Bieberns, von einem Hunsrücker Heimatforscher mit unendlicher Mühe zusammengetragen, so ergibt sich ein Geschichtsbild, das eindrucksvolle Beweise sowohl für die frühe Besiedelung des Hunsrücks als auch für das ausge-prägte Eigenleben dieser deutschen Landschaft liefert. Die Namen von einstigen Rittergeschlechtern, von Richtern und Schöffen, von Geistlichen und Mönchen, von Bauern und Jägern, werden aus der 1200-Jährigen Geschichte eines kleinen Hunsrückdorfes genannt. Männer von weitragender historischer Bedeutung haben in der Zeit ihres politischen Wirkens feste Burgen und Bollwerke ihres Machteinflusses auf dem Hunsrück gebaut und damals größten Wert auf dieses Land gelegt. Kriegs- und Notzeiten standen oft mit düsterem Schatten über dem Land und veranlaßten seine Bewohner zuweilen sogar zur Auswanderung." (Geleitwort von Landrat Güngerich, Amtsbürgermeister Vollbracht, Bürgermeister Wust in "1200 Jahrfeier des Hunsrückdorfes Biebern")

2004
1250-Jahrfeier in Biebern